Mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung erinnerten Grieneisen Bestattungen gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am 18. Juli an den 38. Todestag der Künstlerin Nico (Christa Päffgen).
Nico gehörte bereits in den 1950er-Jahren als erste Deutsche zu den international erfolgreichsten Models ihrer Zeit. In den 1960er-Jahren wurde sie im New Yorker Künstlerumfeld um Andy Warhol zu einer der legendären Factory Superstars und wirkte unter anderem in Warhols Filmklassiker Chelsea Girls mit. Ihre außergewöhnliche Ausstrahlung machte sie 1966 zum „Popgirl '66“. Als Musikerin prägte sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer kompromisslosen künstlerischen Haltung spätere Musikrichtungen wie Punk, New Wave und Gothic und gilt bis heute als eine der einflussreichsten Frauen der Pop- und Rockgeschichte.
Bereits am Nachmittag hatte eine ausgebuchte Sonderführung auf dem Friedhof Grunewald-Forst den Auftakt gebildet. Exklusiv zum 38. Todestag führte die Veranstaltung an die letzte Ruhestätte Nicos und beleuchtete ihr Leben, ihre künstlerische Bedeutung sowie ihre enge Verbindung zu Berlin. Ein besonderer Moment war die Anwesenheit ihres langjährigen Lebenspartners, Weggefährten und Freundes Lutz Graf-Ulbrich alias LÜÜL, der die Führung mit persönlichen Erinnerungen bereicherte und ihr eine ganz besondere Authentizität verlieh.
Im Anschluss an die Friedhofsführung erlebten zahlreiche Gäste im Julius Grieneisen Haus einen ebenso eindrucksvollen wie bewegenden Abend unter dem Titel „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“.
In seiner multimedialen Lesung nahm LÜÜL die Besucherinnen und Besucher mit auf eine sehr persönliche Reise durch gemeinsame Lebensjahre mit Nico – geprägt von Liebe, künstlerischer Zusammenarbeit, Freundschaft und den Höhen und Tiefen eines außergewöhnlichen Lebens. Ergänzt durch seltene Filmaufnahmen, Musik und eindrucksvolle Erzählungen entstand ein facettenreiches Porträt einer faszinierenden Künstlerin, die bis heute nichts von ihrer Ausstrahlung verloren hat.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Während des gesamten Abends ließen sich die Gäste von den persönlichen Schilderungen und der besonderen Atmosphäre berühren. Die zahlreichen Gespräche im Anschluss machten deutlich, dass dieser Abend weit mehr war als eine multimediale Lesung. Er war eine eindrucksvolle Begegnung mit einem außergewöhnlichen Menschen und zugleich ein bewegendes Erinnern an eine Künstlerin, deren Leben und Werk bis heute nachwirken.
Unser besonderer Dank gilt Lutz Graf-Ulbrich (LÜÜL) für seine Offenheit, seine authentischen Erinnerungen und die Bereitschaft, das Publikum an einem sehr persönlichen Kapitel seines Lebens teilhaben zu lassen. Auch allen Gästen danken wir, die durch ihr großes Interesse und ihre Anteilnahme diesen Gedenktag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.
Der Abend war mehr als ein Rückblick. Er war ein Zeichen dafür, dass Erinnerung lebendig bleibt. Jeder Todestag verdient unser Gedenken, und deshalb werden wir auch im kommenden Jahr wieder an Nicos 39. Todestag erinnern. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf das Jahr 2028, wenn sich ihr Todestag zum 40. Mal jährt. Dieser Gedanke prägte bereits die Begrüßung des Abends und unterstreicht den Anspruch, Erinnerungskultur nachhaltig und lebendig zu gestalten.
Text: Stephan Hadraschek
Abbildungen ©Ahorn Gruppe
