Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Verschwinden wir einfach? Oder sind unsere Seelen im Diesseits noch spürbar?
Der hannoversche Lyriker und Fotograf Bert Strebe hat Hinterbliebene an Orten oder in Situationen fotografiert, die für sie etwas mit ihren Toten zu tun haben. Und er hat sie um Texte über ihre Trauer oder zu ihren Empfindungen und Erfahrungen in Bezug auf den Tod gebeten. Bert Strebe sagt, er fotografiere die Hinterbliebenen zusammen mit ihren Verstorbenen – die Kamera könne die Toten zwar nicht sehen, aber sie seien trotzdem erkennbar. Etwa im Gesicht oder den Augen der Trauernden, in ihrer Haltung oder in ihren Gesten.
So ist das Projekt „Anderwelt“ entstanden, mit 23 Schwarzweißporträts und ebenso vielen Texten. Der Begriff Anderwelt stammt aus der keltischen Mythologie; es handelt sich um eine Welt der Toten, die kein fernes Jenseits ist. Sie befindet sich zwar auf einer anderen Ebene als die Welt der Lebenden. Aber beide Welten liegen nahe beieinander, mit durchlässigen Grenzen.
Ausstellung
01. bis 31. Oktober 2026
Julius-Grieneisen-Haus
Fürstenbrunner Weg 10, 14059 Berlin
Die Ausstellung kann während der üblichen Geschäftszeiten besucht werden.
Vernissage
01. Oktober 2026 um 18 Uhr
Finissage
31. Oktober 2026 um 18 Uhr
Mit musikalischer Begleitung der Cellistin Yeo-Rhim Yoon.
Zu dem Fotoprojekt ist der Bildband „Anderwelt“ im hannoverschen Wehrhahn-Verlag erschienen, mit allen Fotografien und Texten und einem Aufsatz von Bert Strebe (Hardcover, 64 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-98859-164-7).
Das Projekt „Anderwelt“ wird von der Förderstiftung des Unionhilfswerks Berlin, der Stiftung Deutsche Bestattungskultur in Düsseldorf und von der Stiftung Edelhof Ricklingen aus Hannover unterstützt.
Abbildungen ©Bert Strebe
Weitere Informationen: Schneetalrabe – Texte und Fotos von Bert Strebe
